Via Lentia

Der Chor war in PERUGIA (31.5. – 4.6.2014)

Juni 5th, 2014 | Posted by TP in Archiv

I giovani non parlano, ma fanno! – La migliore educazione: vivere, muoversi nella bellezza.

Am Samstag, dem 31. Mai, um 9 Uhr war es so weit! Die diesjährige Chor-Tournee, die uns bis zum 4. Juni nach Perugia (Umbrien, Italien) führen sollte, begann. Wir fuhren in zwei Etappen: zuerst einmal bis Velden am Wörthersee, wo wir im Garten und am Steg der Jugendherberge Cap Wörth ein Photo-Shooting aus dem Jahr 2008 nachstellten. Allesamt in bunten T-Shirts nutzten wir die Nachmittagssonne, um ein paar tolle Schnappschüsse zu bekommen. Danach hatten wir dann Freizeit, bevor nach dem Abendessen unsere letzte Probe beginnen sollte. Wir verbrachten die Zeit am See. Auch Timo wollte sich uns anschließen und kam in seiner Badehose angelaufen … da passierte es: Er stolperte und rollte einen kleinen Hügel hinunter. Der Arme hatte sich die Hand gebrochen! Tapfer wie er war, fuhr Timo – nach einem kleinen Spitalsaufenthalt – in Gips weiter mit nach Italien.

Die Weiterreise am nächsten Tag verlief nicht ganz so flüssig. Zuerst einmal war die Batterie des Busses leer und wir brauchten Starthilfe vom ÖAMTC. Bis zur Grenze nach Italien gab es dann keine weiteren Probleme. An dieser Stelle ist vielleicht erwähnenswert, dass wir bei Bologna unseren (für diese Tournee EINZIGEN) Mäci-Besuch machten. Kurze Zeit später mussten wir eine halbe Stunde auf dem Pannenstreifen stehen bleiben, da der Motor zu heiß gelaufen war. Dann machte uns das Navi einen Strich durch die Rechnung und bescherte uns einen Umweg von 60 km. Nun hatten wir über zwei Stunden verloren und beschlossen, nicht zuerst zu unserer Unterkunft, sondern direkt zum Dom nach Perugia zu fahren, wo wir zu einer Messe erwartet wurden. Was für ein Jammer! Das Tüpfelchen auf dem i war dann aber, dass Herbert, unser Busfahrer, auf einmal auf den Pannenstreifen zusteuerte. Alle fragten sich was los sei, doch da sahen wir es schon: Wir waren von der Polizei aufgehalten worden! Wegen zu schnellen Fahrens musste Herbert leider eine Strafe bezahlen, die dank Lena um mehr als 50% verringert wurde.

Obwohl unsere Pläne mehrmals vereitelt wurden, kamen wir gerade noch rechtzeitig zur Kathedrale von Perugia. Das Einsingen hatten wir aus Zeitgründen in den Bus verlegt. Wir sangen jedenfalls eine schöne Messe (mit Firmung dabei) und fuhren nach einem netten Abendessen mit Mitgliedern des italienischen Chores zu den Apartments. Sofort war jeder von uns hingerissen von der tollen Unterkunft und der wunderbaren Ausstattung der Anlage ‚Il Vecchio Mandorlo‘ (alter Mandelbaum). An diesem Abend starteten wir gleich das von nun an tägliche Zusammen-Sitzen auf einem Balkon, bei dem viel gequatscht, aber auch spezielle Lieder gesungen und angehört wurden …

Am nächsten Morgen fielen uns bei italienischem Frühstück in der Morgensonne gleich die drei Katzen Vladimir, Olaf und Giovanni auf, die uns dauernd über den Weg liefen. Alle schlossen sie gleich ins Herz und es war schwer, sich von ihnen zu trennen. An diesem Vormittag stand eine Sightseeing-Tour nach Assisi auf dem Programm. Die wunderschöne Stadt verzauberte jeden Einzelnen von uns. Die Aussicht, die mittelalterlichen Gäßchen und die tollen Kirchen sind einfach atemberaubend. Nach einer Weile war es den meisten sogar schon egal, dass die Mädchen allesamt mit aus Tüchern provisorisch gebundenen Röcken herumliefen, um (wegen ihrer kurzen Hosen) nicht aus den Kirchen geworfen zu werden.

Am Nachmittag wurde erstmals der wunderschöne Pool benutzt. Dort ging es dann sehr lustig zu: zwischen In-den-Pool-werf-Aktionen der Burschen und Haar-flecht-Aktionen der Mädchen hatte einfach jeder die Möglichkeit, sich richtig auszutoben. Abends trafen wir dann wieder andere Mitglieder des italienischen Chores im Lokal vom Vortag.

Der Dienstag war dann das Gegenteil vom eher entspannten Montag. Bei der Führung durch Perugia sangen wir unter anderem spontan in der wunderschönen runden Kirche San Michele Arcangelo unser Stück „O bone Jesu“. Nach einem hart erkämpften Einsingen in dem viel zu kleinen Musikzimmer lieferten wir bei der Begrüßung durch den Direktor im Festsaal der Schule vor zwei Schulklassen unseren wahrscheinlich besten Auftritt der Tournee. Dann folgte eine kurze Mittagspause mit Pannini-Buffet im Turnsaal. Nach einem zweistündigen Heimstop (so ein Pool ist schon gut zum Relaxen) war dann schon das nächste Konzert an der Reihe.

Concerto Coservatorio Perugia

Dies war vermutlich das größte: wir traten nach gemeinsamem Einsingen und kurzem Proben im Konservatorium von Perugia auf.

Besonders gut sind dort die Lieder „Und wenn ein Lied“, das italienische „Villanella alla Napolitana“ und natürlich das Gemeinschafts-Lied „Only You“ angekommen. Anschließend gab es in einem Landgasthof außerhalb von Perugia eine witzige Pizza-Party, bei der wir den anderen Chor näher kennen lernten. Es wurde gesungen, gelacht und viel geredet. Dabei stellte sich heraus, dass wir zwei ’neue‘ Chormitglieder namens Giovanni und Alisha hatten. In Etappen wurden wir nach einem schönen Abend von den Familien der italienischen Chorleute nach Hause gebracht.

Der Höhepunkt war dann wohl für einige von uns der nachmitternächtliche Ausflug in den Pool. Wir kletterten (es könnte sein, dass da nicht alles ganz legal war ;-) über den Zaun und genossen unsere letzte italienische Nacht im Wasser. Es war ein herrliches Gefühl, im erfrischenden Schwimmbad zu sein und die Sterne zu beobachten! Etwas Ähnliches werden die meisten nicht so schnell wieder erleben können!

Schließlich brach der Heimreise-Tag an. Keiner wollte diesen schönen Ort verlassen: die Zeit war einfach viel zu schnell vergangen. Im Bus holten die meisten den Schlaf nach, der ihnen in der letzten Nacht gefehlt hatte, somit kam uns die Fahrt gar nicht so lange vor. Den restlichen Tag im Bus verbrachten immer mehr Leute damit, ein Kartenspiel mit unaussprechlichem Namen zu spielen. Es war auf jeden Fall sehr amüsant, auch wenn eine Runde manchmal länger als eine Stunde dauerte …

Um viele Erfahrungen und einige Insider reicher kamen wir letztendlich am Mittwochabend in Wien an. Diese Tournee hat wirklich allen extrem gut gefallen und wird uns noch lange als besonders lustig und unvergesslich in Erinnerung bleiben. Besonderen Dank für das Gelingen der Fahrt schulden wir sicher vor allem Annarita, die in Perugia und Assisi einfach alles für uns organisiert hat. Dann Herbert, unserem Busfahrer, der immer zur Stelle war, wenn wir ihn gebraucht haben. Und dann natürlich Magda, die uns sehr umsichtig begleitet hat. 2015 kommt dann der Chor des ‚Liceo Annibale Mariotti‘ zu uns nach Wien!

Text: Timo, Vroni, TP
Fotos: Jay, Gela, Lena, Sarah, Magda

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